22. 03. 2020 Amine Diare Conde, Sohn der Helvetia

Brief an die Schweizer Bevölkerung, korrigiert

In der Corona-Krise hat sich Bundespräsidentin Simonetta Sommaruga an die Schweizer Bevölkerung gewandt. In ihrem Brief hat sie einige Menschen vergessen. Hier eine neue Version, ergänzt vom Sohn der Helvetia.

Bundespräsidentin Simonetta Sommaruga  Sohn der Helvetia wendet sich in einem offenen Brief an die Schweizer Bevölkerung.

Liebe Mitbürgerinnen und Mitbürger   Einwohnerinnen und Einwohner

Unser Leben hat sich über Nacht verändert. Schulen, Kinos und Läden sind geschlossen, Veranstaltungen verboten. Ältere und kranke Menschen bleiben zuhause oder in den Notunterkünften. Leute die Fr. 8.50  oder Fr. 7.50 pro Tag zum Leben erhalten, müssen lernen einmal pro Tag zu essen. Die Leute, die gar kein Geld haben müssen geduldig sein oder fasten. Viele Berufstätige arbeiten von daheim aus. Im Büro oder auf der Strasse kommen wir uns nicht näher als zwei Meter. Wir werden schauen, dass die Obdachlosen, die Notunterkünfte und die Bundesasylzentren geschützt werden. Ansammlungen von mehr als fünf Personen sind draussen verboten.

Diese Regeln sind wichtig. Denn sie retten Leben. Darum müssen wir sie unbedingt einhalten. Nur so können wir Ansteckungen vermeiden und die Verbreitung des Corona-Virus verlangsamen. Und das ist jetzt entscheidend. Wenn sich das Virus zu schnell verbreitet, sind die Intensivstationen in unseren Spitälern überlastet. Die Folgen können verheerend sein. Jetzt kommt es auf uns alle an. Die Opferzahlen in der Schweiz steigen. Das tut weh. Bund, Kantone Gemeinden und Freiwilligen arbeiten Tag und Nacht an Lösungen. Es ist aber wie so häufig in unserem Land: Es braucht die Bevölkerung.

«Bleiben Sie auf Distanz»

Wir, liebe Mitbürgerinnen und Mitbürger  Einwohnerinnen und Einwohner, haben es in der Hand.

Im Namen des Bundesrats rufe ich Sie deshalb auf: Bleiben Sie daheim, wenn Sie älter als 65 oder krank sind. Bleiben Sie auf Distanz zu anderen Menschen. So helfen Sie sich. Und so helfen Sie den anderen.

 Die Behörden lassen die Bevölkerung nicht allein. Wir kümmern uns um Betriebe und Arbeitsplätze. Der Bundesrat hilft Unternehmen, Angestellten, und Freischaffenden, Sans-Papiers, abgewiesenen Asylsuchenden, Familien mit wenig Einkommen, die um ihre Existenz kämpfen. Er sorgt dafür, dass Löhne bezahlt werden können und, die freiwilligen Helfer*innen unterstützt werden, Firmen Kredite erhalten und freiwillige Organisationen Geld von Bund erhalten. Mehr als 40 Milliarden Franken stehen ab sofort zur Verfügung, rasch und unbürokratisch.





Ein riesengrosses Dankeschön! Nicht alle Menschen können zu Hause bleiben. Wir brauchen das Gesundheitspersonal, die Pöstler, die Verkäuferinnen, die Lastwagenfahrer, Bus-Chauffeure, unsere Bäuerinnen und Bauern, die Armeeangehörigen, die freiwilligen Organisationen: Sie schauen, dass die Versorgung auch weiterhin funktioniert. Ihnen gebührt ein riesengrosses Dankeschön!

Genau das hat die Schweiz immer ausgezeichnet. Wenn es darauf ankommt, sind wir mehr als 26 Kantone und 8,5 Millionen Menschen und über 200 000 papierlose Menschen. Wir sind ein Land. Und wir sind füreinander da.



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