18. 10. 2016 Spiralklasse

Eine saubere Umwelt beginnt vor der eigenen Haustüre

Dieser Beitrag der Spiralklasse hat die Natur und die Sauberkeit zum Thema. Der Text befasst sich auch mit der Erziehung zur Sauberkeit und wo noch Mängel bestehen. Ein kleiner Exkurs befasst sich mit den Verhältnissen in den Herkunftsländern der Kursteilnehmenden.

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Ich kam in die Schweiz, bevor ich noch nicht dreissig Jahre alt gewesen war. Während meiner Ausbildung reisten meine Familie und ich durch zahlreiche europäische Länder. Während unserer Reisen sehnte ich mich immer nach der Sauberkeit in den öffentlichen Toiletten, wie ich sie in der Schweiz kennengelernt hatte. Von Natur aus bin ich eigentlich kein Putzteufel, da die Putzarbeit für mich eher eine undankbare Beschäftigung ist, die unnötig physische wie psychische Energien verbraucht und wenig Anerkennung findet.

In der Türkei war die Sauberkeit sehr wichtig und ist sie nach wie vor, weil sie eine Visitenkarte für unser Land darstellt. Wir lernten schon früh, dass die Sauberkeit aus dem Glauben an Gott komme. Bei uns müssen die Gäste ihre Schuhe ausziehen, bevor sie ins Haus eintreten. Wir waschen uns vor und nach dem Essen die Hände. 

Leider wird diese Einstellung zur Sauberkeit nicht in allen Bereichen angewendet. Auf öffentlichen Plätzen wird Abfall achtlos und ohne Respekt hingeworfen. Besonders gefährlich wird es dann, wenn die Abfälle auf Autobahnen aus dem Autofenster geworfen werden. Mich ekelt es auch, wenn die Menschen auf die Strasse spucken oder Kaugummis wegwerfen.
Was mich in der Schweiz besonders beeindruckt, ist die Tatsache, dass das Thema Sauberkeit ein Bestandteil der Kindererziehung ist. Kleine Kinder lernen hier, wie sie mit dem eigenen Abfall umgehen sollen. Sie lernen auch, ihre Spielsachen aufzuräumen, wenn sie mit ihrem Spiel fertig sind. Somit lernen sie Selbstständigkeit und üben, Verantwortung zu tragen.

Die Bevölkerung der Schweiz wird in unzähligen Hinweisschildern stets darauf aufmerksam gemacht, die Umwelt zu schonen und sauber zu halten, sei es auf Badeplätzen, auf Spielplätzen, in Parkanlagen oder anderswo. Die Behörden sorgen für die entsprechenden Abfallbehälter. Im Ausland wird die Schweiz als ein sehr sauberes Land wahrgenommen. Trotzdem gibt es natürlich auch hier problematische Situationen, insbesondere nach Festanlässen.

Obwohl der Individualismus in der Schweiz sehr ausgeprägt ist, haben aber doch sehr viele Menschen das Bewusstsein, die öffentlichen Orte sauber zu halten. Mir gefällt auch die Organisation, was die Entsorgung angeht, die sehr viel für den Schutz unserer Umwelt beiträgt. Unser Gewissen für die Natur und deren Lebewesen wird dadurch angeregt.

In der Schweiz werden verschiedene Materialien und Stoffe aussortiert, wenn möglich recycelt. Ich hoffe, dass dieses Denken auch in unseren Ländern allmählich Fuss fassen wird.

Interview über die Sauberkeit und Entsorgung in den Heimatländern

Ukraine
Ich finde, dass es in der Schweiz sauberer ist als in meiner Heimat. Hier ist alles besser organisiert. Dafür müsste sich das System in meinem Land verändern, damit wir auch diesen Grad an Sauberkeit erzielen könnten. Es hängt davon ab, dass in unserem Land die Vorstellungen der Menschen von Sauberkeit und des Zusammenlebens geändert werden müssten. Die Kinder sollten früh lernen, dass sie auch für die Umwelt verantwortlich sind. Leider tragen die Eltern und LehrerInnen bei uns wenig Sorge, dass die Kinder selbstbewusste und zuverlässige Erwachsene werden. Der Staat sollte viele Arbeitsstellen schaffen, damit die Abfälle umweltbewusst entsorgt werden können. In der Ukraine will man zwar viele Güter anschaffen, denkt aber nicht daran, wie man diese Waren wieder ökologisch entsorgen kann. Wir Menschen sind schuld daran, dass sich das Klima so verschlechtert.

Äthiopien
Im Gegensatz zu Europa waschen wir die Wäsche von Hand und reinigen das schmutzige Geschirr ebenfalls von Hand ab. Beide Systeme in Äthiopien und in Europa bringen Vor- und Nachteile. Es ist praktisch, in Europa viele verschiedene Wasch- und Spülmittel zu benutzen. Aber die meisten enthalten viel Chemie, was ungesund für die Menschen und die Natur ist. In unserem Land braucht es für die Reinigung der Gegenstände viel körperliche Kraft. Selbst die Wasserversorgung ist dort problematisch, weil die Frauen für ihre Reinigung der Wäsche an den Fluss gehen müssen. Dabei verschmutzen sie natürlich auch das Gewässer.

Aserbaidschan
Erste Person: Der Sinn für Sauberkeit ist in der Schweiz sehr stark entwickelt. In Aserbaidschan achtet man in der Hauptstadt und in den grösseren Städten auf die Sauberkeit. Was mir hier in der Schweiz sofort aufgefallen ist, dass die Strassen mit Maschinen vom städtischen Personal gereinigt werden. Die Abfallsammlung und Entsorgung gelten hier als eine Selbstverständlichkeit. Damit in meinem Land dieses Verständnis für die Umwelt entstehen könnte, müsste man viel Werbung und Kampagnen organisieren.
Zweite Person: Die Strassen in meinem Land werden von den Grossmüttern gewischt, da die Rente für die alten Menschen knapp ist. Die Grossmütter bekommen für das Putzen eine kleine Aufbesserung ihrer Renten. Bei uns gibt es keine staatlichen Entsorgungen. Allerlei Abfälle werden an den gleichen Orten ausgeleert. Die Menschen spucken auf die Strassen und werfen die Kaugummis überall weg. Es ist tödlich für die Vögel, weil sie die Kaugummis von Esswaren nicht unterscheiden können. Sobald sie die Kaugummis verschlucken, sterben sie daran. Es gibt keine Organisationen im staatlichen System, welche die Kinder für die richtige Entsorgung der Abfälle sensibilisieren würden.

ASZ Natur

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