22. 10. 2018 Umfrage: Maryam Darvishbeigi, Paul Leuzinger und Berhanu Tesfaye

«Hier begegnet man sich auf Augenhöhe»

In der Autonomen Schule Zürich gehen jede Woche Hunderte von Menschen ein und aus. Wie sehen sie die Schule?

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Bilder: Milad Ahmadvand

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Was gefällt dir an der ASZ?

«Ich fühle mich sicher hier. Es gibt hier kein Rassismus. Ich fühle mich hier zuhause. Die Leute an der ASZ sind meine Familie.»

«Hier begegnet man sich auf Augenhöhe. Ich mag die familiäre Stimmung.»

«An der ASZ gefällt mir, dass man selbständig ist und teilnehmen kann. Es gibt verschiedene Kurse und nicht nur Deutsch, auch Englisch oder Sport.»

«Der Unterricht ist professionell. Die Lehrer*innen sind freundlich und geduldig und intelligent.»

«An der ASZ ist Frieden. Mir gefällt die Freiheit, man kann so sein, wie man ist. Es gibt Solidarität zwischen den Leuten, den Einheimischen und den Migranten. Man fühlt, dass alle Leute zusammen halten.»

Was gefällt dir nicht an der ASZ?

«Die Leute kommen und gehen. Es gibt keine richtige Struktur.»

«Es gibt zu viel Arbeit für die Aktivist*innen. Auf psychischer Ebene ist es sehr anstrengend, weil wir mit schwierigen Situationen konfrontiert sind wie Ausschaffungen oder Haft.»

«Es gibt nicht genug Klassenzimmer. Die Räume sind zu klein. Und es sind zu viele Teilnehmer*innen in den Klassen.»

«Am Ende der Kurse können wir hier keine Prüfungen machen. Ich möchte gerne ein Zertifikat.»

«Die Schule ist weit weg von meinem Zuhause.»

Was unterscheidet die ASZ von anderen Schulen, die du kennst?

«Die ASZ ist wie eine Familie. Es gibt keinen Unterschied zwischen Teilnehmer*innen und Moderator*innen. Hier gibt es eine Gemeinschaft, und auch politische Aktivitäten wie Demos und Partys.»

«Die ASZ ist nicht obligatorisch. Man muss nichts bezahlen. Und in den Klassen gibt es viele Kulturen.»

«Hier gibt es keine Hausaufgaben und keine Bücher. Leider kann man am Schluss keinen Test machen.»

«Die ASZ ist keine normale Schule. Es ist eine politische Bewegung. Viele Sans-Papiers bekommen hier Unterstützung (Rechtsberatung, Schule, Übersetzungen...) Das findest du sonst nicht.»

«Es gibt hier keinen Chef. Jeder ist willkommen hier.»

«In der Schule in meinem Herkunftsland fühlte ich mich eingeschränkt. Hier kann ich kommen und gehen, wie ich möchte.»

Was heisst Bildung für dich?

«Wenn man etwas nicht kennt und das bearbeitet, baut man etwas auf, was noch nicht existiert. Mit Sprache, Handarbeit ...»

«Das ist ein Austausch von Wissen und Erfahrungen. Durch Bildung kann ich an der Gesellschaft teilhaben und auf eigenen Beinen stehen.»

«Bildung ist für mich die Quelle aller Lebenschancen, weil Lernen ein Schlüssel für das Leben ist.»

«Bildung ist die Befähigung zu wachsen, selbständig und mündig zu werden.»

«Bildung heisst Neues zu entdecken, etwas zu lernen und einander zu helfen.»

«Für mich heisst Bildung Zusammenleben.»

«Für mich heisst Bildung nicht nur lernen, sondern auch eine gute Person zu werden.»

Die Schule ist kostenlos. Was tust du für die Schule?

«Ich tue mein Bestes. Ich helfe beim Organisieren mit Ideen, ich vermittle bei Konflikten, ich koche, ich arbeite im Schulbüro. Überall, wo es Hilfe braucht, helfe ich.»

«Ich putze.»

«Ich koche. Ich gehe an die Sitzungen.»

«Ich helfe, wo ich kann. Jede Person kann etwas machen hier.»

«Ich helfe beim Umbau mit.»

«Ich bin Aktivist und Teilnehmer gleichzeitig. Ich investiere viel Zeit hier, weil ich dieses Projekt unterstützen will und weil ich es wichtig finde. Die Schule hat viel für mich gemacht.»

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