18. 10. 2016 Spiralklasse

Das Verhältnis zu Tieren in der Schweiz und anderswo

Dieser Text zeigt das Verhältnis der Menschen zu Tieren bei uns und anderswo aufzeigt. Die Basis bildet eine Serie von Hinweisschildern, die zeigen, wie die Tiere in der Schweiz gehalten werden sollen, was nicht erlaubt ist und dass Wildtiere geschont werden müssen. Im Link sind zahlreiche solcher Schilder von der Spiralklasse fotografiert worden.

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Tiere werden in der Schweiz tiergerecht behandelt und man achtet auf ihre Gesundheit. Man sieht überall Schilder, die informieren, wie man sich gegenüber den Tieren verhalten soll. „Tiere füttern verboten“, „Hunde an der Leine halten“, „Zeit der Jungtiere: vielen Dank für Ihre Rücksicht“, „Keine Jagdausflüge“! Haustiere in der Schweiz werden auch erzogen, damit sie den öffentlichen Raum nicht verschmutzen und wild lebende Tiere nicht stören. Viele Hinweisschilder weisen die Tierhalter darauf hin, wie sie sich mit ihren Haustieren in der Natur zu verhalten haben. Daneben gibt es aber auch Tierhalter, welche ihre Haustiere verhätscheln, sie mit feinstem Fleisch und Leckerbissen verwöhnen, ihnen Kleider überziehen und sie überall herumtragen. Das ist aus unserer Sicht abartig und krank.

Aber für uns bleibt eine Frage offen: Warum hält man sich überhaupt ein Tier? Um Spass zu haben oder damit man sich um ein Tier kümmern kann? Wir wissen, dass es momentan unmöglich ist, alle Tiere frei zu lassen und sie in der Freiheit, also im Wald, zu betreuen, falls dies nötig wäre. Dazu bräuchte es andere Strukturen, eine andere Gesellschaft und ein anderes Verständnis für Tiere. Der grösste Teil der Gesellschaft will nur mehr Spass auf Kosten der anderen haben! Deswegen bin ich dankbar, dass sich Menschen auch um ihre Haustiere  kümmern; sie sind für sie so etwas wie Kuscheltiere und Freunde! 

Wir haben in unserer Spiralklasse Kursteilnehmende aus verschiedenen Herkunftsländern befragt, wie das Verhältnis der Menschen zu Tieren in ihrer Heimat aussehe. Berla aus Russland erklärte, Muslime hätten keine Hunde zu Hause, aber Katzen und Hasen schon. Andere Ethnien dagegen würden auch Hunde halten. Das Verhältnis im Allgemeinen zu Tieren in Russland sei nicht schlecht. 

Obwohl in Eritrea Hunde zur Sicherheit dienen und sie von der Security als Nachtwache eingesetzt werden, haben sie trotzdem Pech, denn sie würden oft geschlagen. In Eritrea hält man Ziegen, Schafe, Kühe, Hasen und Hühner, zu deren Schutz vor Wölfen Hunde eingesetzt werden. Die Hunde schlafen in irgendeiner Ecke neben anderen Tieren. Man füttert diese Hunde nicht regelmässig, sondern sie fressen und trinken, was sie gerade finden können. Wenn die Hunde dann die Zunge weit hinausstrecken, merkt man, dass sie Durst haben. Dann gibt man ihnen Wasser. Die Menschen kümmern sich um jene Tiere gut, die ihnen Nutzen bringen, die Fleisch, Milch, Faden und Eier liefern. Andere Tiere dagegen fristen oft ein trostloses Dasein.

Atalant aus Kosowo besass selbst zwei Jahre lang ein Kaninchen. Aber vor zwei Jahren schenkte er es seinem Freund. In seinem Land Kosovo gibt es viele Strassenhunde, aber auch zu Hause hält man sich einen Hund und Enten. Die Leute bauen für die Tiere neben dem Familienhaus separate, kleine Räume. Die Tiere werden dreimal täglich gefüttert, trotzdem werden sie nicht so gut wie in der Schweiz behandelt. 

Schady von Rojawa Kurdistan Syrien erzählte, dass es allgemein in Syrien den Menschen nicht gut gehe und sie keine Rechte besitzen. Aber die Situation der Tiere sei noch viel schlimmer! In ihrem Land hält man Ziegen, Schafe, Kühe und Hühner und weil diese Fleisch, Milch, Wolle und Eier liefern, hätten die Menschen ein gutes Verhältnis zu ihnen. Die Hunde würden auch als Security gebraucht und leben mit den anderen Tieren zusammen. In grossen Städten besitzen nur wenige Leute einen Hund. Dort hätten die Tiere ein besseres Leben als auf dem Lande. Es gibt auch Strassenhunde. Sie leben von den Nahrungsresten der Menschen und die streunenden Tiere werden sowohl von Kindern als auch von Erwachsenen geschlagen.

Frau Aamayan aus der Türkei möchte weder während des Ramadans noch beim Opferfest in die Türkei reisen, damit sie die vielen geschlachteten Tiere nicht sehen muss. Tiere werden in der Türkei nur zum Nutzen gehalten: Pferde als Transporttiere, Hunde zu seiner eigenen Sicherheit, Katzen, um Mäuse zu jagen, ein Fisch-Aquarium und ein Kanarienkäfig, um Spass zu haben. Aber die städtische Bevölkerung am Meer hat ein besseres Verhältnis zu den Tieren. Strassenhunde in der Türkei werden oft eingesammelt und durch Gift getötet.

Allgemein hat der Hund im Islam keinen guten Ruf, obwohl er als Wachhund gegen Wölfe eingesetzt wird. Im kurdischen Dorf, in dem ich geboren wurde und aufgewachsen bin, gab es ungefähr neunzig Familien, davon besass nur eine Familie einen Hund. Kurze Zeit später brachte ein anderer Bewohner des Dorfes auch einen Hund mit. Viele dachten, dass diese beiden Männer Spione seien. Wenn sich die kurdischen Rebellen in der Nacht an andere Orte begaben, bellten die Hunde lange Zeit, sodass die Militärbasis, die vier Kilometer entfernt davon lag, gewarnt wurde. Durch das Bellen der Hunde bemerkten die Soldaten, dass sich kurdische, bewaffnete Kämpfer in ihrer Nähe befanden. 

Für uns Kinder waren Hunde etwas Interessantes! Wenn ein fremder Hund in unser Dorf kam, folgten ihm sehr viele Kinder und warfen Steine nach ihm. Nachdem mein Dorf im Krieg ruiniert und verbrannt wurde, zogen wir in die Stadt, wo Hunde und Katzen überall herumlungerten und kein Zuhause besassen, was als völlig normal im Irak betrachtet wurde. Erst vor etwa fünfzehn Jahren änderte sich das Verhältnis der Menschen zu den Tieren, sodass heutzutage manche Hunde und Katzen oft auch als Haustiere gehalten werden.

Strassenhunde haben ein schlimmes Leben. Im Irak und auch in vielen islamischen Ländern lassen die Hundebesitzer die Tiere gegeneinander kämpfen. Es gibt auch Hahnenkämpfe. Daran haben die Leute Spass. Sie gewinnen oft auch Geld, weil sie Wetten abschliessen und die Siegertiere auszeichnen. Das ist ein schlimmes, blutiges Spiel, das ich hasse. Im Islam gilt der Hund generell als unrein, deshalb lebt er gewöhnlich nicht im gleichen Haus, damit seine Haare das Hausinnere nicht verunreinigen können.

In Tibet werden in der Regel Tiere nicht als Haustiere gehalten, weil der Mensch ein Tier nie so sehr lieben kann wie sein eigenes Kind. Darum ist es sinnvoller, den Tieren ihre Freiheit zu lassen, denn dort können sie ein besseres Leben führen. Wir essen in Tibet eigentlich aus religiösen Gründen kein Fleisch. Aber wenn doch, dann werden nur grosse Tiere getötet, also zum Beispiel eine Kuh. Ein einziges, grosses Tier liefert so viel Fleisch, dass sich viele Menschen davon ernähren können. Essen aber Menschen Fische oder Hühner, müssen für die gleiche Menge Fleisch viele Tiere ihr Leben lassen. Wenn eine Person ein Tier tötet und eine zweite Person dieses Fleisch isst, hätte die zweite Person eine viel grössere Sünde begangen. Denn würden die Menschen kein Fleisch kaufen und essen, müsste auch kein Tier geschlachtet werden. Als Beispiel könnte man die Schweiz anführen: Hier wird kein Hundefleisch gegessen, demzufolge werden hier Hunde auch nicht in Metzgereien angeboten.

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